„Claude oder ChatGPT?” ist die Frage, die ich am häufigsten höre. Die ehrliche Antwort ist unbequem: Man kann die beiden kaum vergleichen. Sie sind nicht besser oder schlechter — sie sind verschieden.
Claude oder ChatGPT — was ist besser?
Keins von beiden ist pauschal besser. ChatGPT ist breit aufgestellt — für fast alles zu gebrauchen und bei Bildern aktuell richtig stark. Claude hat einen klaren Schwerpunkt: Coding. Da ist es ungeschlagen, und auch im Schreiben und in der Dokumentenarbeit sehr stark. Die richtige Frage ist also nicht „welches?”, sondern „wofür?”.
Das Bild, das ich immer benutze
ChatGPT ist das Schweizer Taschenmesser. Es kann fast alles, ist immer dabei, ist für die schnelle Sache perfekt. Bei Bildern ist es momentan sogar Spitze.
Claude ist kein Taschenmesser. Claude ist der Spezialist. Sein Ding ist das Bauen — eigene Tools, Code, Anwendungen — und alles, wo es auf saubere, durchdachte Texte ankommt.
| Claude | ChatGPT | |
|---|---|---|
| Bild dazu | Der Spezialist | Das Schweizer Taschenmesser |
| Stärkste Disziplin | Coding (ungeschlagen), Schreiben, Dokumente | Vielseitigkeit, Bilder, großes Ökosystem |
| Wofür im Betrieb | Eigene Tools bauen, tiefe Textarbeit | Schnelles Allerlei, Bild-Ideen, Recherche |
| Gefühl | Ruhig, strukturiert, mitdenkend | Schnell, vielseitig, immer parat |
Wann nimmst du was?
- Eigene Tools, Rechner, kleine Apps → Claude. Das ist seine Paradedisziplin (mehr dazu im Vibe-Coding-Artikel).
- Lange Verträge, Angebote, Dokumentenanalyse → Claude. Sauberer, ruhiger Stil.
- Schnelle Recherche, ein Bild, eine Idee zwischendurch → ChatGPT.
- Bilder und Grafiken → aktuell ChatGPT.
Beide statt eins
In der Praxis sehe ich: Die Betriebe, die am weitesten sind, nutzen beide. ChatGPT fürs schnelle Allerlei, Claude für alles, wo es tief geht. Die Lizenzkosten sind klein gegen die Zeit, die das spart.
Wichtiger als die Tool-Frage ist ohnehin etwas anderes: Dein Team muss wissen, was die KI gut kann, wo sie Fehler macht und welche Daten niemals reingehören. Seit Februar 2025 verlangt das auch der EU AI Act in Artikel 4 — nachweisbare KI-Kompetenz für alle, die im Job mit KI arbeiten.
Das sagt Olga Reyes-Busch
„Die Frage ist nicht Claude oder ChatGPT. Die Frage ist: Was willst du gerade tun? Für eigene Tools und tiefe Textarbeit nehme ich Claude, fürs schnelle Allerlei ChatGPT. Beide haben ihren Platz.”
— Olga Reyes-Busch, EU AI Act Beraterin · KI-Expertin für KMU · HeadUpHigh GmbH
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